Neues Konzept für Kirchenmusik
EKKW stärkt Pop- und Kinderkantorate
Chorgesang, Posaunenklänge, Orgelspiel: Die Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck hat bei ihrer Herbsttagung 2019 eine Neukonzeption hauptamtlicher kirchenmusikalischer Arbeit beschlossen und diese 2021 mit dem neuen Kirchenmusikgesetz auch juristisch gefasst. Die Umsetzung ist nahezu abgeschlossen.
Die Frage war: Wie kann es gelingen, auch künftig trotz geringerer finanzieller Mittel eine qualitativ gute Kirchenmusik anzubieten? Denn gleichzeitig galt es, bestimmte Bereiche wie die Popularmusik und die kirchenmusikalische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu stärken. Eine „Quadratur des Kreises“, so möchte man meinen.
Das Konzept sieht vier kirchenmusikalische Regionen vor:
Region West: Kirchenkreise Twiste-Eisenberg, Eder, Marburg, Kirchhain
Region Nord: Kirchenkreise Kassel, Hofgeismar-Wolfhagen, Kaufungen, Werra-Meißner
Region Mitte: Kirchenkreise Hersfeld-Rotenburg, Schwalm-Eder, Schmalkalden
Region Süd: Kirchenkreise Fulda, Kinzigtal, Hanau
Für die Fachbereiche Popularmusik und Musizieren mit Kindern und Jugendlichen gibt es je eine Fachbereichsleitung und 4 Profilkantorate (ein Profilkantorat Popularmusik ist momentan noch nicht besetzt). Letztere sind mit 50% Stellenanteil in je einer Gemeinde verortet. Im Bereich Posaunenarbeit sind eine Fachbereichsleitung und 2 Landesposaunenwarte aktiv. Zu Fachbereichsleitenden wurden KMD Anne Langenbach für das Kinder- und Jugendkantorat, KMD Andreas Jahn für die Posaunenarbeit und KMD Peter Hamburger für die Popularmusik berufen.

Profilkantorate Popularmusik sind in Bad Arolsen, Niederkaufungen, Heringen und und zukünftig in Petersberg verortet, Kinderkantorate in Bad Wildungen, Eschwege, Ziegenhain und in Maintal-Bischofsheim. Die Stadtkantorate findet man in Kassel (St. Martin), Hanau (Marienkirche) und zukünftig Marburg (Elisabethkirche).
Seit 2022 sind alle hauptamtlichen Kirchenmusikstellen in landeskirchlicher Anstellungsträgerschaft. Insgesamt gibt es noch 40 hauptamtliche landeskirchlich-kirchenmusikalische Stellen. Darüber hinaus gibt es in der EKKW noch Stellenanteile auf gemeindlicher Ebene.
Zum Reformprozess gehört auch die momentan stattfindende umfassende Renovierung der Kirchenmusikakademie Schlüchtern. Sie ist kirchenmusikalisches Zentrum mit zentralen und dezentralen Aufgaben unter der Leitung von KMD Andreas Schneidewind. Ein Kirchenmusikgesetz und eine Ordnung für den kirchenmusikalischen Dienst regeln den kirchenmusikalischen Bereich.
Die Gesamtleitung der Kirchenmusik der EKKW ist dem Dezernates „Theologische Personal und die Gemeindeentwicklung“ (Prälat Burkhard zur Nieden / Landeskirchenamt) zugeordnet. Landeskirchenmusikdirektor Uwe Maibaum leitet das Referate Kirchenmusik.
Durch die Reform Kirchenmusik findet auch weiterhin qualitätvolle und vielfältige Kirchenmusik mit attraktiven Stellen und stabilen Strukturen, mit der inhaltlichen Verbreiterung und mit der Konzentration durch Zusammenarbeit statt. Es gibt kirchenmusikalische Zentren, aber auch die Kirchmusik in der Fläche wird gefördert. Ein bedeutender Bereich sind dabei die Multiplikatoren- und Bildungsarbeit. Das Kollegium sorgt zusammen mit den etwa 1200 nebenamtlich Mitarbeitenden für eine klangvolle Kirche.