Gottesdienste während der Coronaphase

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Musik im Gottesdienst

Gottesdienste in Kirchräumen sind nun wieder möglich sein. Wie schön! Das geht leider nur mit eingeschränkten liturgischen Mitteln. Insbesondere der fehlende Gemeindegesang wird sich auswirken. Auch die Musik unserer Ensembles wie Posaunenchöre und sonstige Chöre wird nicht möglich sein. An Festtagen wird das besonders fehlen.

 

Nun wird es darum gehen, die Gottesdienste in dieser corona-beeinflussten Zeit nicht immer wieder defizitär zu spüren. Hier einige Gedanken und Ideen der hauptamtlichen Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker zur musikalischen Gottesdienstgestaltung in dieser Coronaphase:

  • Die in nächster Zeit nur kürzer angelegten Gottesdienste benötigen auch ein schlüssiges dramaturgisches musikalisches Konzept. Es ist beispielsweise vorstellbar, dass nur ein Choral im halbstündigen Gottesdienst erklingt. So können an drei Stellen beispielsweise jeweils eine Strophe in den Fokus gestellt werden:

    • durch leises Lesen der Gemeinde während die Orgel den Choral spielt
    • durch den solistischen Gesang einer Strophe durch Kirchenmusiker*in oder Pfarrer*in oder ein Gemeindeglied, welches dazu sich bereit erklärt und in der Lage ist
    • durch das Vorlesen einer Strophe und einer darauf erklingenden Choralbearbeitung
    • durch das gemeinsame Murmeln des Textes zur Musik (Aerosolverbreitung geschieht nach bisherigen Erkenntnissen durch Gesang, aber auch durch lautes Sprechen - gemeinschaftliches Sprechen ist bis auf Weiteres stark einzuschränken)
    • oder auch durch das leise Choralspiel von der Orgel während dem die Strophe laut von einer Person gelesen wird.

  • Der Posaunenchor, der Kirchenchor - alle können momentan noch nicht im Gottesdienst musizieren? Solist*innen können aber eingesetzt werden. Wen gibt es in der Gemeinde, der Freude daran hat?

  • Ein kreativer und wohl durchdachter Einsatz von elektronischer Musikabspielung kann, so sie klanglich gut dargestellt ist, eine Bereicherung sein. Klang und Raum sollten in Bezug stehen. Technisch und musikalisch sollte die Ausführung qualitativ hochwertig sein. Unbedingt sollte es eine inhaltliche Anbindung geben.

  • Vermutlich gibt es für diese Zeit eine verkürzte Liturgie. In dieser kann man unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Das mag bedeuten, dass der ein oder andere liturgische Teil besonders ausgebaut ist. Das könnte auch musikalisch unterstützt werden, indem z.B. nach der Evangeliumslesung oder nach dem Bittruf ein dazu passendes Orgelstück erklingt.

  • Hin und wieder kann man auch einen besonders musikalischen Gottesdienst anbieten. Hier würde dann der Musikanteil, der momentan mit einem oder zwei Musizierenden möglich ist, deutlich klanglich erweitert. Das mag auch andere Gemeindeglieder noch herbeiziehen, die sonst eher im Konzertbereich zu sehen ist.

  • Die Choräle dürfen nicht gesungen werden? Aber einzelne Menschen können sie sprechen. Verteilen Sie in der Gemeinde Kopien einer Choralstrophe, die in verteilten Rollen von jeweils einem Gemeindeglied laut in den Raum gerufen werden. Jeder spricht seine markierte Choralzeile, wenn sie dran ist. In diesem Zusammenhang erklingt dann eine Choralbearbeitung  dieses Chorals.

  • Gibt es in Ihrer Gemeinde Menschen, die schön ein Musikinstrument spielen können? Binden Sie diese in den Ablauf des Gottesdienstes ein. Ein oder zwei Stücke auf einem Soloinstrument oder auch in Begleitung mit der Orgel – das macht den Klang des Gottesdienstes farbiger und es ist eine Beteiligungsform für  Gemeindeglieder, evtl. auch Mitglieder der Chöre.

  • Eine Sammlung von zweistimmigen Sätzen (falls zwei Instrumentalisten spielen) gibt es auf der Weite des Posaunenwerks: www.posaunenwerk-ekkw.de unter Posaunenchor und Corona, Balkonsingen

  • Chormitglieder (fähig/trauen sich) singen allein zur Orgelbegleitung Choralstrophen. Später zu zweit, zu dritt… dann auch mehrstimmig (S + wahlweise A,T oder B eines Kantionalsatzes).

  • Improvisierte Choralbearbeitungen sind denkbar: kurze Ritornelle der Orgel als Vor- und Zwischenspiele, die SängerInnen bekommen einen Einsatz zugenickt und singen den Choral in zeilenweisen Abschnitten.

  • Duos, später Trios etc aus den Gemeindeensembles (z.B. Flötenensemble) spielen einfache Stücke des Repertoires, für die ein kurzes Anspielen vor dem GD als Probenzeit reicht. Statt Proben wenigstens zusammen musizieren!

  • Die Solisten aus den Reihen der Gospelchöre singen ihre Soli der letzten Auftritte nochmal. Singen ins Mikro ist vielleicht sogar „ungefährlicher“ als körperintensiverer klassischer Gesang.

  • .Lesung mit  Musik, die den Text ausdeutet (Bsp. Schöpfungsgeschichte s. Entwurf zum Orgelsonntag 8.9.).........Choralvariationen zu einem Lied, dazwischen werden die Strophen gelesen......Kyrie und Gloria für Solostimme und Orgel aus einstimmigen Messen (z. B, Rheinberger: Missa pueorum, Langlais-Messe für Alt und Orgel), Halleluja-Vertonungen oder gesungene Glaubensbekenntnisse.......Soloinstrument + Orgel spielt meditative Musik zum Nachdenken während einer Predigtunterbrechung........Fürbittengebet mit unterlegten Klängen, Bsp. 178.12.......schließlich bieten die "stellvertretenden Gemeindegesänge" die Chance auch mal Lieder abseits des Mainstreams solistisch zu singen, die für die Gemeinde zu schwer oder zu unbekannt sind. 

  • Den für Gottesdienste mit musikalischen Schwerpunkt engagierten Instrumentalist*innen und Vokalsolist*innen habe ich die Gottesdienste zwar absagen müssen, gleichzeitig haben wir uns darauf verständig dennoch zu proben (unter Beachtung/Einhaltung der vorgeschriebenen Hygiene- und Abstandsregeln) und als Arbeitsergebnis Aufnahmen zu produzieren, die sowohl in digitalen als auch realen Andachten verwendet bzw. abgespielt werden können.Eine win-win-Situation für alle Beteiligten! Und zu guter Letzt kann ich guten Gewissens das Engagement wie im ursprünglich verabredet mit einem (Teil-)Honorar entlohnen.

 

Information aus der Gottesdienststelle

Pfarrer Lars Hillebold aus der Gottesdienststelle wendet sich an Sie mit Informationen zu alternativen Gottesdiensten in den kommenden Wochen.

Info hier: PDF

 

 

 

Musik im Gottesdienst bei Übertragung im Internet - viel ist möglich

Zurzeit werden viele alternative Gottesdienstmodelle ausprobiert und angeboten, so auch im Internet. Hier gibt es Fragen zu den Urheberrechten.

Die EKD hat darüber informiert, dass das Hochladen von urheberrechtlich geschützten Musikwerken auf Youtube oder anderen Social-Media-Plattformen sowie das Streaming oder der Download dieser Werke für Gottesdienste über die bestehenden Verträge mit den Betreibern abgegolten ist.

Auf die Kirchengemeinden kommen somit keine Kosten für Verwertungsrechte zu.

Für das Einstellen bzw. Einblenden von Noten und Liedtexten im Internet hat die EKD mit der Verwertungsgesellschaft VG Musikedition vereinbart, dass für den Zeitraum von sechs Monaten der Pauschalvertrag zwischen der VG Musikedition und uns dahingehend erweitert wird, dass die Berechtigten das Recht erhalten, Lieder/Liedtexte im Zusammenhang mit der zeitgleichen und zeitversetzten Übertragung von Gottesdiensten, anderen kirchlichen Veranstaltungen gottesdienstlicher Art sowie sonstigen gemeindlichen, nicht-kommerziellen Veranstaltungen zugänglich zu machen. Die Noten und Texte dürfen nicht länger als 72 Stunden online verfügbar oder zum Download bereitstehen. Dieser Vertrag bis Mitte September.

Info hier: PDF